Gründe für Misserfolg


 


 


Dr. Ralf Günther, Böblinger Strasse 8/1, 71088 Holzgerlingen

        Spezialist für Endodontie (DGET)  ●  Certified Member ESE 
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Gründe für endodontische Misserfolge

Die Gründe für endodontische Misserfolge sind gut mit Literatur belegt:


Grundsätzlich kann man bei jedem endodontischen Misserfolg von im Kanal verbliebenen Mikroorganismen ausgegangen werden.

 


Eine der Studien zu diesem Thema stammt von Nair et al.: "On the causes of persistent apical periodontitis: a review"
(International Endodontic Journal, 39, 249-281, 2006).

Danach existieren 6 biologische Faktoren, welche zu asymptomatischen apikalen Aufhellungen nach endodontischer Behandlung führen:

1.) Intraradikuläre Infektionen, welche in den komplexen apikalen Kanalsystemen (auch Isthmen) zurückgeblieben sind.

2.) Extraradikuläre Infektionen, generell in Form von Aktinomykosen.

3.) Überpresstes Wurzelkanalfüllmaterial oder andere exogene Materialien, welche eine Fremdkörperreaktion auslösen.

4.) Akkumulation von endogenen Cholesterinkristallen, welche das periapikale Gewebe irritieren.

5.) Echte Zysten (Anmerkung: Nicht Taschenzyste !!!)

6.) Narbengewebe als Folge apikal-chirurgischer Eingriffe.

 

Eine weitere Studien zu diesem Thema stammt von Siqueira et al., "Mikrobiologie endodontischer Infektionen"
(Endodontie 2006; 15(2): 109-121).

In dieser Studie werden grundsätzlich 3 Arten von Infektionen unterschieden:

1.) Primäre intraradikuläre Infektion:
 

a) Gemischte Bakterienflora, 10-30 Spezien pro Kanal

b) Anaerobe gramnegative Bakterien dominieren (z.B. Tanerella, Porphyromonas, Prevotella, Fusobacterium, Filifactor, Campylobacter, Treponema).

c) Grampositive Anaerobier: Peptostreptococcus, Eubacterium, Pseudoramibacter.

d) Fakultative oder mikroaerophile Streptokokken.

 

2.) Sekundäre / persistierende Infektionen: hier existieren Mikroorganismen die bei primären intraradikulären Infektionen
                                                                        noch nicht beteiligt waren.

a) Weniger Spezies als bei primärer Infektion

b) Grampositive fakultativ anaerobe Bakterien, insbesondere Enterococcus faecalis, dominieren.

 

3.) Extraradikuläre Infektionen:

a) Am häufigsten ist die extraradikuläre Infektion, die aus der intraradikulären Infektion entsteht, wie ein akuter
    periapikaler Abszess.

b) Häufigste Form der extraradikulären Infektion (unabhängig von intraradikulären Infektionen) ist die Aktinomykose
    (1,8 - 4% aller apikalen Parodontiden).

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