Hypoallergene Füllungen

Ein in der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denkendes Füllungsmaterial ist der adhäsiv (klebend) befestigte Kunststoff. Er bietet neben einer sparsamen Präparation des Zahnes auch viele ästhetische Vorteile. Um diese Materialien aber im Mund befestigen und aushärten zu können, bedarf es einiger Stoffe in der Zusammensetzung: Konventionelle dentale Füllungskunststoffe Bestandteile 1. Organische Matrix, bestehend u. a. aus: verschiedenen Methacrylaten (Bis-GMA, UDMA) als Monomermoleküle (Kunststoffgrundbausteine) Verdünnern zur besseren Verarbeitbarkeit (Komonomere TEGDMA und EGDMA) Initiatoren (z. B. Benzoylperoxid, Kampherchinon), die durch die Freisetzung von freien Radikalen die chemische Abbindereaktion in Gang setzen Akzeleratoren zur Beschleunigung der Abbindereaktion Farb- und anderen Stabilisatoren Siliciumdioxidclustern, die die Abbindeschrumpfung der Matrix verringern Nanopartikeln, 2 bis 3 nm groß, zur Verbesserung der Biegefestigkeit, der Transluzenz (partiellen Lichtdurchlässigkeit) und der Bioverträglichkeit 2. Anorganische Füllstoffe verbessern etliche Materialeigenschaften wie z. B. die Abrasionsbeständigkeit (Abriebbeständigkeit), Schrumpfung, Bruchfestigkeit usw: Mikrofüllerkomposite: enthalten splitter- oder kugelförmige Vorpolymerisate der organischen Matrix oder Siliciumdioxidteilchen. Einer ihrer Nachteile ist die fehlende Sichtbarkeit auf dem Röntgenbild. Hybridkomposite: enthalten 0,5 bis 10 µm große Glaspartikel und Zusätze, die das Material röntgensichtbar machen. Die Füllpartikel nehmen ca. 85 % des Volumens ein. Nano-Hybridkomposite: mit Füllpartikeln im Nanobereich, teils mit konventionellen Füllern, teils mit Präpolymerisaten 3. Verbundphase: sie ermöglicht die chemische Verbindung der organischen Matrix mit den anorganischen Füllkörpern und entsteht durch Silanisierung (Reaktion mit einem Silan). Dadurch werden in erster Linie das Abrasionseigenschaften (Abriebeigenschaften) der Kunststoffe wesentlich verbessert. Chemische Abbindereaktion Kunststofffüllungen erhärten dadurch, dass die Acrylatmonomere (Acrylatgrundbausteine) durch eine von freien Radikalen ausgelöste Kettenreaktion zu einem Polymer vernetzt werden. Die Radikale wiederum werden durch eine chemische Startreaktion oder über einen Photoinitiator freigesetzt, der auf ein Lichtspektrum von 350 bis 550 nm reagiert, auf das die Polymerisationslampen ausgerichtet sind. Probleme Es ist hinlänglich bekannt, dass dentale Kunststoffe auf Methacrylatbasis durch Enzyme aufgespalten werden. Die Abbauprodukte gelangen – mehr oder weniger – unkontrolliert in den menschlichen Organismus. Diese Vorgänge sind bisher kaum untersucht und liegen komplett außerhalb der Einflussnahme des Zahnarztes. Zudem können durch die Schwächung / Aushöhlung des Polymers durch Degradationsprozesse andere Mikro-Organismen in die Füllung eindringen und so Sekundär-Karies erzeugen. Hypoallergene dentale Füllungskunststoffe Diese Komposit-Restaurationssysteme basieren auf einer neuen Matrixtechnologie ohne die Zugabe von TEGDMA und HEMA – sicher und schonend. Der Verzicht auf TEGDMA und HEMA in der Produktzusammensetzung stellt für Patienten und Anwender bei einer nachgewiesenen Allergie auf diese Stoffe einen bedeutenden Vorteil dar: Lichthärtendes Feinsthybrid-Komposit mit ausgesprochen hoher biologischer Verträglichkeit. Bis um Faktor 10 reduzierte Biodegradation gegenüber herkömmlichen Kunststoffmaterialien im Speichel. Degradation durch den Speichel bis zu 10-fach reduziert. sehr tiefe Schrumpfspannung. In mehreren Versuchen der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil wurde die Interaktion menschlicher Zellen mit APT Composite untersucht. Osteoblasten (Knochenzellen), Endothelzellen (Gefäßzellen) und Fibroblasten (Bindegewebszellen) zeigen ein optimales Zellverhalten bezüglich Adhäsion, Morphologie und Proliferation bis hin zur eindeutigen Differenzierung nach 14 Tagen. Quelle: http://www.saremco.ch
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Ganzheitliche Praxis für Endodontie und Umwelt-Zahnmedizin Dr. Ralf Günther